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Baladi Beledi
Baladi heißt *vom Lande kommend*. Baladi ist also ein Tanz, den die
Menschen mitgenommen haben, als sie vom Land in die Städte, hauptsächlich
Kairo, zogen, um dort ihr Glück zu finden. Die neuen Stadtbewohner brachten
ihre musikalischen und tänzerischen Traditionen mit und passten sie dem neuen Lebensgefühl und den neuen Einflüssen an.
Ein wesentliches Merkmal -dem Jazz, Soul und Blues vergleichbar- ist das zentrale Element der Improvisation. Musiker und Tänzerinnen improvisieren innerhalb einer Grundstruktur, die im Laufe der Zeit komplexer wird.
Die Einführung neuer Instrumente wie Akkordeon, Saxophon und Klarinette eröffnen neue Ausdrucksmöglichkeiten und bringen das veränderte Lebensgefühl der Stadtbevölkerung zum Ausdruck.
Der Musik haftet häufig eine Wehmut und Melancholie, eine Trauer um verlorengegangene Bezüge an, was Baladi zum *Blues Ägyptens" macht.
Diese Stimmung kommt besonders im Baladi-Taqasim, der Soloimprovisation eines Melodieinstrumentes, zum Ausdruck. Danach folgt ein Dialog zwischen Melodie und Rhythmus.
Der betonte Rhythmus wird von Melodiebögen durchzogen, komplexe Strukturen überlagern sich, bis es zum Durchbruch des Rhythmus, zu einem peitschend-schnellen Teil, dem *Tet" kommt. Er drückt Feuer, Kraft und Stärke, manchmal gepaart mit Witz und Verspieltheit, aus und verlangt von der Tänzerin einige Virtuosität.
Der Ausdruck eines breiten Gefühlsspektrums und komplexer rhythmischer Strukturen hat Baladi zu einer anspruchsvollen musikalischen und tänzerischen Kunstform werden lassen.
Der klassiche Rhythmus des Baladi ist der Maqsoum, innerhalb des
Musikstücks wird aber gerne auch mit den anderen 2/4tel, 4/4tel oder 4/8tel-Rhythmen
gespielt.
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